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James Ellroy liest aus "Blut will fließen"

Am 26. Januar 2010, 20.00 Uhr, präsentiert der amerikanische Autor James Ellroy seinen neuen Roman im Literaturhaus Hamburg. Matthias Brandt liest den deutschen Text. Claudius Seidl moderiert.

Präsentiert von NDR Info und NDR Kultur 

Szene aus dem Film Die schwarze Dahlie © NDR/ARD Degeto/Millenium Films

Mit "Die schwarze Dahlie" wurde James Ellroy vor mehr als 20 Jahren international bekannt, viele seiner Bücher, darunter "L. A. Confidential", brachen auch in der Filmversion sämtliche Kassenrekorde. Allein den Deutschen Krimipreis trug der Autor fünf Mal nach Hause: "Ellroy ist wohl der wahnsinnigste unter den lebenden Dichtern und Triebtätern der amerikanischen Literatur" (Süddeutsche Zeitung).

James Ellroy, amerikanischer Schriftsteller © picture-alliance

Als Krönung seines Schaffens gilt die "Underworld Trilogie", ein Gesellschaftsporträt der USA der sechziger Jahre, bei dem Ellroy die dunkle Seite des Amerikanischen Traums ausleuchtet. Der lange erwartete letzte Band "Blut will fließen" erscheint im Januar auf Deutsch bei Ullstein. Das Genre "Krimi" hat Ellroy mit seiner Trilogie weit hinter sich gelassen. Auch der dritte Band, 880 Seiten lang, ist ein zeitgeschichtlicher Polit-Thriller. Ellroy erzählt mit gewohnt ruppiger Stimme eine Geschichte von Verschwörung und Gewalt, von Besessenheit, Sex und Drogen, die dem Leser in einer dichten, atemlosen Sprache - Tobias Gohlis nannte sie in der "Zeit" "halluzinogen" - unter die Haut getrieben wird. Trotz allem hat Ellroy die Hoffnung auf das Gute im Menschen noch nicht völlig aufgegeben: "A redemptive motive glimmers through all the blood" (The New York Review).

1968: Nixon und Humphrey kandidieren für das Präsidentenamt. Der Wahlkampf ist hart und geprägt von Verleumdung und Bestechung. Die Ermordung von Martin Luther King und Robert Kennedy, die Proteste von Schwarzen und Studenten wie auch der Vietnamkrieg bringen Unruhe in die USA jener Tage. In Los Angeles beschäftigt den Polizisten Scotty Bennett der ungeklärte brutale Überfall auf einen Geldtransporter, bei dem mehrere Millionen Dollar und eine größere Menge Smaragde verschwanden. Je mehr er bei den Ermittlungen in die Nähe der Machtzentren gerät, desto gefährdeter ist seine Mission und auch sein Leben. Steckte das FBI hinter dem Überfall? Flossen die Millionen in Nixons Wahlkampf?

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