12.03.2010 00:00 Uhr
Gedenken in Winnenden endet mit Lichterkette
Winnenden: Mit einer Lichterkette sind am Abend die Gedenkfeiern in der baden-württembergischen Stadt anlässlich des Jahrestages des Amoklaufs zu Ende gegangen.
Mehrere hundert Menschen zogen mit Kerzen vom Marktplatz in Winnenden zur Albertville-Realschule, wo gestern vor einem Jahr neun Schüler und drei Lehrerinnen erschossen worden waren. Auf der zentralen Gedenkfeier hatte Bundespräsident Köhler gefordert, es müsse alles getan werden, um die Gefahr weiterer Gewalt zu verhindern. So könnte das Waffenrecht noch schärfer gefasst werden. Gefährdete Menschen dürften nicht an Pistolen oder Gewehre gelangen.
Der 17-jährige Todesschütze hatte nach dem Amoklauf an seiner ehemaligen Schule vor einem Jahr auf der Flucht noch drei weitere Menschen erschossen, bevor er sich selbst tötete.
Straßenschlachten in Griechenland bei Anti-Regierungs-Protesten
Athen: In der griechischen Hauptstadt ist es zu schweren Ausschreitungen von Gegnern der Sparpläne der Regierung gekommen.
Die Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei und griffen die Sicherheitskräfte mit Brandsätzen und Steinen an. Die Polizei reagierte mit Tränengas und Rauchbomben. Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, Thessaloniki, kam es zu Zusammenstößen. Vor Beginn der Krawalle hatten die Gewerkschaften zu einem landesweiten Streik aufgerufen, dem mehrere zehntausend Menschen folgten. Sie protestierten damit gegen die ihrer Ansicht nach zu harten Einschnitte durch die Regierung. Griechenlands Ministerpräsident Papandreou bekräftigt erneut, es gebe keine Alternative zum Sparprogramm.
Brüderle: Staat macht nicht Job der Banken
Berlin: Der Bund hat weitere Staatshilfen für Banken gegen eine Kreditklemme abgelehnt.
Die Bundesregierung werde nicht den Job der Geldinstitute machen, sagte Wirtschaftsminister Brüderle nach einem Spitzentreffen mit Vertretern von Industrie, Finanzwirtschaft und Regierung. Nach Angaben des FDP-Politikers sind neue Hilfsprogramme ohnehin nicht notwendig. Man sei sich einig, dass es derzeit keine flächendeckende Kreditklemme gebe. Die Banken müssten und könnten dies auch künftig verhindern. Grüne und Linke warfen der Regierung Untätigkeit und Verharmlosung der Situation vor.
BVA: Kassen dürfen keine Prämien für abwanderungswillige Mitglieder ausloben
Berlin: Das Bundesversicherungsamt hat Krankenkassen davor gewarnt, wechselwillige Mitglieder mit Prämien zum Bleiben zu bewegen.
Die Koppelung von sogenannten Halteprämien und Zusatzbeiträgen sei unzulässig, sagte BVA-Präsident Gaßner. Eine Krankenkasse müsse Zusatzbeiträge erheben, wenn sie ihren Finanzbedarf nicht mit Mitteln aus dem Gesundheitsfonds decken könne. In diesem Fall hätten die Mitglieder das Recht, zu einer anderen Kasse zu wechseln. Wenn nun eine Prämie ausgelobt werde, um das Mitglied zum Bleiben zu bewegen, entstehe der Eindruck, es seien ausreichende finanzielle Mittel vorhanden, so Gaßner.
Nachbeben in Chile
Santiago: Chile ist zwei Wochen nach den verheerenden Erdstößen von drei weiteren Beben erschüttert worden.
Das schwerste hatte nach Angaben von amerikanischen Geologen eine Stärke von 7,2. Kurz danach seien Erschütterungen der Stärken 6,9 und 6,0 gemessen worden. Die Epizentren lagen demnach etwa 120 Kilometer südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago. Informationen über Opfer und Schäden liegen bisher nicht vor. Die Behörden forderten die Bevölkerung in den Küstengebieten auf, sich vor möglichen Flutwellen in höher gelegenen Gebieten in Sicherheit zu bringen.
Die Nachbeben ereigneten sich fast zeitgleich mit der Amtseinführung des neuen chilenischen Präsidenten Piñera. Die Zeremonie verlief jedoch ohne Zwischenfälle.
Sport
Zum Sport: In der Fußball-Europa-League haben sich die norddeutschen Vereine gute Ausgangspositionen für die Achtelfinal-Rückspiele erarbeitet.
Der Hamburger SV gewann vor eigenem Publikum gegen den RSC Anderlecht aus Belgien mit 3:1. Der VfL Wolfsburg erreichte beim russischen Meister Rubin Kasan ein 1:1-Unentschieden. Und Werder Bremen spielte beim FC Valencia in Spanien ebenfalls 1 zu 1. Die Rückspiele finden in der kommenden Woche statt.
Und in der Deutschen Eishockey-Liga gab es am Abend eine Partie mit norddeutscher Beteiligung: Die Hamburg Freezers verloren beim ERC Ingolstadt mit 0 zu 5.
Das Wetter:
Meist stark bewölkt, ab und zu Schnee, Schneeregen oder Regen, 2 Grad an der Nordsee, bis minus 3 Grad an der Uecker.
Am Tage meist dichte Wolken, ab und zu Regen, Schneeregen oder Schnee, 2 Grad am Stettiner Haff und 5 Grad im Emsland, teils frischer Wind.
Die weiteren Aussichten:
Am Sonnabend meist stark bewölkt, gelegentlich Auflockerungen, zeitweise Regen, Schneeregen oder Schnee, 3 bis 8 Grad, teils windig.
Am Sonntag meist stark bewölkt, zeitweise Regen, 3 bis 7 Grad, windig.
Die Windvorhersage:
Deutsche Bucht: Nordwest bis West 3, zunehmend 4 bis 5.
Westliche Ostsee: Westliche Winde um 4.
Südliche Ostsee: Südwest bis West 3 bis 4.