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Jazz

alon yavnai quartet "travel notes"

Alon Yavnai © Carsten Fleck Fotograf: Carsten Fleck

Wenn der Pianist Alon Yavnai zur Arbeit geht, hat er einen Stapel Notenpapier dabei. Darauf: Melodien, Rhythmen, Skizzen von Arrangements - Rohstoffe für den Pianisten, der in vielen musikalischen Bereichen unterwegs ist. "Travel Notes" nennt er deshalb die Musik seines Quartetts. Und meint damit ausdrücklich auch jene Notizen, die er dem weit gereisten Stapel ständig hinzufügt - auf Tournee mit Paquito D’Rivera in Argentinien oder Japan etwa. Oder in der Carnegie Hall, wo er mit D’Rivera und Yo-Yo Ma das Brahms'sche Klarinetten-Trio spielte. Als Solist arbeitete Yavnai mit der NDR Bigband, die seine Kompositionen aufführt, ebenso wie als stolzer Filmmusikkomponist beim Haifa Film Festival.

Offene Ohren

Alon Yavnai bereist die Welt nicht als Fremder. Mit offenen Ohren und Armen unternimmt er seine Besuche - wie ein entfernter Verwandter, voller Interesse für das Leben der globalen Familie. Alon Yavnai wuchs als Sohn einer argentinischen Mutter und eines israelischen Vaters auf und während er am Givatayim Konservatorium, nicht weit von der mediterranen Marina Tel Avivs entfernt, Klavier studierte, lernte er zu Hause israelische Rockmusik und Liedermacher kennen wie Arik Einstein und Sasha Argov, aber auch Gal Costa, João Bosco, Oscar Peterson und Keith Jarrett. Paquito D’Rivera, der Alon Yavnai in Costa Rica traf und als Freund gewann, sagt: "Von all den Pianisten, mit denen ich gearbeitet habe, ist Alon Yavnai der vielseitigste Musiker." Wie er selbst, sind auch Yavnais musikalische Partner in Jazz, israelischer Musik und auf der ganzen Welt zu Hause. Amir Milstein hat sich im arabisch-israelischen Weltmusik-Ensemble "Bustan Abraham" einen Namen gemacht. Haggai Cohen-Milo nennt seine Musik "New Israeli Folk Improvisation". Ziv Ravitz kennt man in Deutschland aus Florian Webers Trio "Minsarah".

Nachfolger von Bill Evans

Ein Reisetagebuch wird nicht nur durch Berichte von weit entfernten Orten zur spannenden Lektüre, sondern gerade durch das dichte Neben- und Miteinander der gesammelten Eindrücke. Alon Yavnai bringt die "Travel Notes" seines Lebens buchstäblich miteinander in Kontakt: Als Nachfolger des großen Piano- Lyrikers Bill Evans spannt er sanfte Melodiebögen, deren Fundamente nur zum Teil am Broadway liegen, zum Teil auch im Nahen Osten. Und wenn die Hände des Pianisten ihren Bewegungsimpulsen nachgeben, beginnen sich lateinamerikanisch inspirierter Funk und jüdischer Tanz ausgelassen zu umkreisen.

alon yavnai quartet
"travel notes"

alon yavnai (p, voc)
amir milstein (fl, voc)
haggai cohen-milo (b)
ziv ravitz (dr, perc)

Donnerstag, 08. Oktober 2009, 20 Uhr
Freitag, 09. Oktober 2009, 20 Uhr
Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio, Oberstraße 120

Autor: Tobias Richtsteig

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