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Jazz

bobby previte & the new bump

Bobby Previte and the New Bump © Micheal DiDonna Fotograf: Micheal DiDonna

Gern erzählt Bobby Previte, mit der Musik habe er damals angefangen, um Mädchen zu beeindrucken - aber dann habe er sich in das Schlagzeug verliebt. Die wahre Geschichte ist etwas prosaischer, aber genauso charakteristisch: Sein erstes Schlagzeug baute sich Bobby Previte selbst. Abfalleimer in verschiedenen Größen und Picknickteller aus Aluminium dienten dem 13-Jährigen als Trommeln und Becken. Ein Jahr lang probte er sogar mit einer Band, doch als der erste Auftritt bevorstand, wurde er gefeuert, weil er kein richtiges Drumset vorweisen konnte. Also entschloss er sich, seinen eigenen Weg zu gehen. Die nie endende Tournee seines Lebens führte von Auftritten in Nachtklubs und Bordellen über ein Studium an der Universität von Buffalo mit Lehrern wie John Cage und Morton Feldman bis nach New York, wo sich der Schlagzeuger in der Downtown-Szene um John Zorn einen Namen machte. Als Bandleader und Komponist wird er in einem Atemzug mit Kollegen wie Jack DeJohnette und Bob Moses genannt.

Vibrafon statt Piano

Seit 22 Jahren zieht sich ein roter Faden durch seine Projekte, die vom elf-köpfigen Voodoo Orchestra und der Musik von Miles Davis' "Bitches Brew" über die Kammermusik-Suite "The 23 Constellations of Joan Miró" bis zum soliden Rock der "Coalition of the Willing" mit Trompeter Steven Bernstein und Slide-Gitarrist Charlie Hunter reichen. "Bump The Renaissance" nannte Previte sein erstes Quintett, das mit Waldhorn und Bassklarinette ein Spektrum ungewöhnlicher Klangfarben auf die Bildfläche brachte. Im Lauf der Zeit wechselte die Besetzung: Posaunisten wie Ray Anderson und Curtis Fowlkes prägten den aufrüttelnden Klang von "Bump", was übersetzt etwa "Beule" oder "Bodenwelle" heißt. Ein schlichtes "weiter so" auf eingefahrenen Gleisen darf man von "The New Bump" nicht erwarten. Diesmal verzichtet Bobby Previte auf ein Piano und überlässt die Harmonien lieber dem Vibrafon des erfahrenen Bill Ware. Der "lädt die Musik … mit Atmosphäre und geheimnisvollen Klängen auf", lässt mit wenigen, offenen Intervallen Bilder wie aus einem "hintergründig-ironischen Agentenfilm" entstehen, wie die ZEIT schrieb. Die Hauptrolle dieses Thrillers hat der Regisseur Previte mit dem Saxofonisten Ellery Eskelin besetzt, dessen Mutter von der Hammond-B3-Orgel aus eigene Jazzbands leitete, als er noch ein kleiner Junge war. Den Verbindungsmann am Bass gibt Brad Jones, der Bill Ware schon von gemeinsamen Einsätzen bei den "Jazz Passengers" kennt.

bobby previte & the new bump

bobby previte (dr)
ellery eskelin (sax)
bill ware (vib)
brad jones (b)

Donnerstag, 08. Oktober 2009, 20 Uhr
Freitag, 09. Oktober 2009, 20 Uhr
Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio, Oberstraße 120

Autor: Tobias Richtsteig

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