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Jazz

Magnus Lindgren Group "Batucada Jazz"

Magnus Lindgren

"Zuallererst: Brasilianische Musik ist nicht nur Bossa Nova und Samba. Da ist so ein großer Schatz von unterschiedlichen Stilen!" Magnus Lindgren ist hörbar begeistert: "Und dass ein blonder Junge aus Schweden sich für die Musik Brasiliens interessiert, ist eigentlich auch nicht seltsamer, als dass er sich für Jazz erwärmt." Seit Lindgren als Teenager das Saxofon spielen lernte, ist er fasziniert von den Klängen und Rhythmen aus dem riesigen Land zwischen Amazonas und Copacabana. Vor allem von den Rhythmen: "Die Batucada-Grooves kommen aus den Samba-Schulen und werden während des Karnevals auf der Straße gespielt - meist ohne Bass, ohne Klavier, ohne Saxofone, nur Percussion, um zu tanzen."

Schwedischer Jazz und brasilianischer Karneval

In den vergangenen zehn Jahren reiste Magnus Lindgren immer wieder nach Brasilien, erlernte die melodische Landessprache - und traute sich doch lange ein brasilianisches Projekt nicht zu. Dabei hatte er schon eine beachtliche Vita vorzuweisen. Mit 18 Jahren spielte er eine Tournee an der Seite von Herbie Hancock, elf Jahre später komponierte er die Musik zum Festbankett der Nobelpreisverleihung, in Montreux begleitete er die Operndiva Barbara Hendricks, trat als Saxofonist und Komponist in Hamburg mit Nils Landgren und der NDR Bigband auf. "Batucada Jazz ist ganz anders als alles, was ich bisher gemacht habe. Da schrieb ich immer ganz spezielle Arrangements. Nichts mit Gesang oder so", lacht Lindgren, der im vergangenen Jahr in Rio seinen Traum verwirklichte. "Ich nahm meine Songs mit Saxofon, Flöte und Klarinette und brachte sie mit Batucada-Grooves zusammen. Das war eigentlich schon alles." Die Begegnung von schwedischem Jazz und brasilianischem Karneval zündete sofort. "Es ist im Grunde eine einfache Musik, einfache Melodien, einige basieren auf dem Rhythmus. Jeder soll eine Menge Spaß haben, sich in der Band wohl und frei fühlen."

Sax mit der Linken, Piano mit der Rechten

Magnus Lindgren selbst nimmt sich die Freiheit, seine Kollegen an Saxofon und Flügel zugleich zu begleiten: "Mit der Linken spiele ich Sax und mit der Rechten greife ich Akkorde auf dem Piano. So kann ich Stegreif-Arrangements entwickeln. Als Bläser hast du normalerweise die Melodie, dein Solo, und dann heißt es: zusehen und abwarten. Ich möchte aber ein Teil der Band bleiben." Die Spielfreude der Batucada, warnt Magnus Lindgren mit einem Augenzwinkern, ist hoch ansteckend.

Donnerstag, 14. Mai 2009, 20 Uhr
Freitag, 15. Mai 2009, 20 Uhr
Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio, Oberstraße 120

Autor: Tobias Richtsteig

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