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Jazz

Don Byron New Gospel Quintett

Don Byron, Jazz-Saxofonist © NDR / Saudades Fotograf: Saudades

Im November feierte Don Byron seinen 50. Geburtstag mit einem kleinen Festival mitten in New York. An vier Abenden im ‚The Jazz Standard` gab er einen Einblick in die Bandbreite seines Repertoires. Da trat seine Band mit den 40er-Jahre-Gassenhauern des Klezmer-Comedian Mickey Katz auf, in einer anderen Besetzung widmete Byron sich Klassikern aus dem Duke-Ellington-Songbook, brachte im Quartett Auftragskompositionen für "Chamber Music America" zur Aufführung, tags darauf die brodelnden Latin-Grooves seiner `Music for Six Musician`. Und das waren nur vier Beispiele seiner Vielseitigkeit, mit der sich Byron nicht immer Freunde gemacht hat: "Als ich Profimusiker wurde, dachte ich, der Jazz müsste flexibler werden. Die Musik müsste auch andere Stile aufnehmen, nicht nur sortenreinen Jazz", erzählte er dem "Wall Street Journal". Solche Ansichten standen damals im Widerspruch zum Young-Lions-Mainstream, doch Byron erspielte sich den Respekt der Jazzgemeinde - ausgerechnet als Meister der Klarinette.

Gospel-Tradition

"Es gibt kein unhippes Instrument. Aber wenn alle damit nur Prä-Bebop spielen, wirft das ein bestimmtes Licht darauf. Wenn du heute die Klarinette aus dem Koffer holst, sind da bestimmte Erwartungen", erläuterte Byron im New Yorker Radio WNYC, als er sein jüngstes Album mit Funk und Soul aus dem Repertoire des Motown-Tenoristen Junior Walker vorstellte. Von Don Byron darf man vor allem eines erwarten: das Unerwartete. Etwa das "New Gospel Quintet", mit dem er sich der Musik des Gospel-Pioniers Thomas A. Dorsey nähert. Der nahm als "Georgia Tom" unter anderem den Hit "Tight Like This" auf, der sieben Millionen Mal verkauft wurde. Doch als 1932 Frau und Sohn im Kindbett starben, wandte Dorsey sich der Kirchenmusik zu. Mahalia Jackson sang sein "Take My Hand, Precious Lord" - Martin Luther Kings Lieblingslied - und sogar Elvis und Johnny Cash verneigten sich vor Dorseys "Peace in the Valley". Don Byron hat sich tiefgehend mit der Gospel-Tradition beschäftigt und hält sie nicht nur in den Klassikern von Thomas A. Dorsey und anderen am Leben, sondern setzt sie auch mit neuer, eigener Musik fort. "Wie die Schuster bleiben die Klassizisten bei ihrem Leisten", stellt er fest. "Aber mit all dem, was derzeit passiert - nicht zuletzt durch die Leute, die in meinen Bands gespielt haben -, ist Jazz so bunt geworden, wie ich mir das vorgestellt habe."

Donnerstag, 14. Mai 2009, 20 Uhr
Freitag, 15. Mai 2009, 20 Uhr
Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio, Oberstraße 120

Autor: Tobias Richtsteig

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